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DOKUMENTE UND MATERIAL

DOKUMENTE UND MATERIAL

Bedarfserhebung

In der von der EU finanzierten LETRAC Studie sowie den von der LISA durchgeführten Studien in der Sprachindustrie wurde eine Anpassung der Übersetzungscurricula an den Globalisierungsprozess empfohlen, welche bei der Kompetenzvermittlung die Verwendung von Sprachtechnologien und das Sprachressourcenmanagement berücksichtigt. Eines der Ziele von MeLLANGE ist es deshalb, Studierenden der Übersetzungswissenschaft und berufstätigen Übersetzern durch den Zugang zu einer eLearning-Plattform mit entsprechenden Schulungsinhalten die Verbesserung der benötigten neuen Fertigkeiten und Kompetenzen zu ermöglichen. Zu diesem Zweck führte das MeLLANGE-Team von April bis Mai 2005 eine Fragebogenstudie und von Dezember 2005 bis Januar 2006 eine Internet-Umfrage über Internet-Recherchetechniken, Korpora und eLearning-Gewohnheiten durch. Die Ergebnisse aus den mehr als 1000 eingereichten Fragebögen können hier eingesehen werden.

Lernerkorpus

Ein weiteres Ziel des MeLLANGE-Projektes besteht darin, ein mehrsprachiges annotiertes und aligniertes Korpus von Übersetzungen, die von Studierenden und Praktikern angefertigt wurden, zu zusammenzustellen. Dieses Lernerkorpus (Learner Translator Corpus - LTC) wird derzeit standardmäßig linguistisch (Part-of-Speech-Tagging und Lemmatisierung) und auch im Hinblick auf Übersetzungsfehler (unter Verwendung der vom Projektkonsortium entwickelten Fehlertypologie annotiert. Die Fehlertypologie wurde nicht für die Leistungsbewertung sondern im Hinblick auf das Aufspüren und Klassifizieren von Fehlertypen entwickelt, soll das Korpus doch eher in der Aus- und Fortbildung und nicht im Rahmen von Leistungsevaluierungen verwendet werden. Zu den Dateien werden noch weitere Informationen, nämlich zentrale Merkmale des Ausgangstextes und Metadaten über den Übersetzer, gespeichert. Obwohl diese Informationen nicht notwendigerweise mit der Fehlertypologie in Zusammenhang stehen, so sind doch Korrelationen mit verschiedenen Fehlerarten vorstellbar.

Das Projektteam wählte vier Textarten aus - Rechts-, Verwaltungs-, technische und journalistische Texte - und stellte Übersetzungskits in bis zu 10 Sprachen (ca, de, el, en, es, fi, fr, it, nl, und pt) zusammen. Der Großteil der Kits enthält einen Übersetzungsauftrag, den Ausgangstext, einen Referenztext und zusätzliche Hintergrundinformation.

Für die Sammlung der Übersetzungen wurde ein Mechanismus entwickelt und in die Projektsprachen lokalisiert der es ermöglicht, Metadaten zur Übersetzung und zum Übersetzer gemeinsam mit der Übersetzung zu erfassen.

Diese Initiative ist auf großen Widerhall gestoßen, und so wurden bisher 283 Übersetzungen in die Muttersprachen (139 in Italienisch, 74 in Fanzösisch, 34 in Catalan, 16 in Englisch, 10 in Spanisch, 7 in Deutsch, 2 in Rumänisch und eine in Slowakisch) gesammelt. Für das Studienjahr 2006-2007 werden weitere erwartet.

Die erste mehrsprachige institutionen-übergreifende MeLLANGE Annotierungsübung wurde für insgesamt 59 Übersetzungen in den Sprachpaaren de-ca, de-es, en-it, fr-en, en-fr, und en-de durchgeführt. Diese Übung ermöglichte den Erfahrungsaustausch über den Annotierungsprozess im Konsortium und somit dessen Feinabstimmung.

Aus den bereits vorliegenden Daten konnten schon interessante und relevante Statistiken gewonnen werden. Bemerkenswert ist beispielsweise der Unterschied zwischen den einzelnen Projektsprachen in Bezug auf die drei häufigsten Fehler, nämlich: Falsche Verwendung von Terminologie und Lexik (LA-TL-IN), Verzerrung des Inhalts (TR-DI), und Inkonsistenz in Terminologie und Lexik innerhalb des Zieltextes (LA-TL-IT).

LTC errors by language

Bis April 2007 sollen insgesamt 360 Übersetzungen in den Projektsprachen (ca, de, en, es, fr, it) annotiert sein. Bis dahin wird auch ein komplexer und flexibler Abfrage-Mechanismus vorhanden sein, der Übersetzungslehrern und -studierenden die Analyse von Übersetzungsfehlern und die Untersuchung von übersetzungsentscheidungen ermöglicht, die biser in der Forschung wenig Beachtung gefunden haben. Zudem ermöglichen die aus dem LTC extrahierten Daten die Schaffung von datenbasiertem Lernmaterial, d.h. Material, das aus authentischen, von Studenten produzierten Texten stammt und welches somit den Anforderungen an Übersetzungsleher besser gerecht wird.

Online-Kurse

Derzeit werden Lerninhalte auf Moodle entwickelt, einer SCORM-kompatiblen Open Source Plattform, die aufgrund ihrer gelungenen didaktischen Konzipierung und Funktionalitäten ausgewählt wurde. Die entwickelten eLearning-Inhalte entsprechen dem LOM Standard, und wurden im Mai 2006 in Wien bereits einer ersten Testphase unterzogen. Die Projektpartner erarbeiten einerseits eine allgemein anwendbare Methodologie zur Entwicklung von eLearning-Inhalten für Übersetzen und Übersetzungstechnologien. Andererseits wurden Kurspläne für eine Reihe von Kursen erarbeitet, die derzeit folgende Themen umfassen:

Die Projektpartner legen ihr Augenmerk auf Benutzerfreundlichkeit und Interaktivität der Kurse, um die von der Lernplattform gebotenen Möglichkeiten bestens zu nützen, sowie auf die Erstellung von Inhalten, die den Bedürfnissen der Benutzer entsprechen.

Die bisher entworfenen Kurse wurden bei einem im Mai 2006 in Wien veranstalteten Workshop vorgestellt und mit Teilnehmern aus osteuropäischen Ländern getestet. Die Workshopteilnehmer konnten dabei die von MeLLANGE erarbeitete Methodologie kennen lernen und werden dem MeLLANGE-Team im Zuge der Testaktivitäten an ihren jeweiligen Universitäten weitere Rückmeldungen zu den bestehenden Inhalten geben. Die Inhalte werden außerdem auf dem Disseminations-Workshop: Übersetzungstechnologien und Entwicklung von eLearning Inhalten am 14. April 2007 an der Universität Paris 7 vorgestellt werden. Die Online-Inhalte werden aufgrund der erhaltenen Rückmeldungen laufend optimiert und dienen in weiterer Folge der Entwicklung von Best Practice-Empfehlungen zur Schaffung von Online-Lerninhalten.

Näheres zu unseren Online-Kursen finden Sie auf der MeLLANGE Moodle Webseite. Dort können Sie auch unsere Kurstutoren kontaktieren.

Kollaborative Plattform

MeLLANGE verwendet die kollaborative Plattform Plone, ein Open Source Content Management System mit ausgezeichneter Sprachenunterstützung. Plone für MeLLANGE wird in Barcelona gewartet und von den Projektpartnern als kollaborative Plattform für die interne Projektentwicklung sowie als Portal für die Sammlung von Übersetzungen von externen Beteiligten eingesetzt.

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